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Hop Update September 2022

Hallo und herzlich willkommen zu unserem HopUpdate Ernte-Special dieses Jahr. Wir sind in der Zentral-Hallertau in Wolnzach bei Familie Pfab und heute ist unser Verkaufsleiter, Thomas Raiser, bei mir.

Vanessa: Willkommen, Thomas!

Thomas: Hallo Vanessa, wie geht’s dir?

 

V: Mir geht’s gut und dir? Schön, dass du hier in der Hallertau bist!

T: Danke! Schön wieder hier zu sein! Es war ein hartes Jahr, oder?

V: Es war ein sehr hartes Jahr bedingt durch die Witterung.

T: Kannst du mir ein bisschen was darüber erzählen?

V: Natürlich! Das Frühjahr war sehr kalt und die Pflanzen konnten nicht richtig wegwachsen. Aber der Entwicklungsstand hat sehr schnell aufgeholt weil es wärmer wurde. Das Wetter dieses Jahr war warm, zu warm und auch zu trocken. Erst in den letzten zehn Tagen haben wir den Regen erhalten, welchen wir im Juni und Juli gebraucht hätten!

T: Was für ein Pech, aber leider können wir es nicht ändern. Ein hartes Jahr für die Pflanzer und leider kam der Regen zu spät. Die offizielle Ernteschätzung für die Hallertau von Ende August lag bei 32.500 Tonnen. Mittlerweile ist klar, dass wir auch diese nicht erreichen werden, richtig? 

V: Nein, werden wir nicht. 

T: Und obwohl die Schätzung bereits 20 % geringer als die letztjährige Ernte ist, werden wir wohl eher bei minus 25 % landen, im Vergleich zu letztem Jahr. 

V: Ja, Thomas, da hast du Recht, das wird sicherlich passieren für einige Sorten. 

T: Weißt du auch schon etwas über das Aroma, Vanessa?

V: Ja, wir können auch schon etwas zum Aroma sagen. Die Aromaausprägung scheint niedriger zu sein als gewöhnlich. Das ist ebenfalls auf die trockene Witterung zurückzuführen, weshalb sich die Öle auch nicht stark entwickeln konnten. 

T: Keine Überraschung, das ist typisch, wenn die Alphas niedriger sind, sind auch die Ölgehalte niedriger! An dieser Stelle möchte ich unseren Hop Harvest Guide erwähnen, welcher im November veröffentlicht wird und Ihnen eine sehr gute sensorische Einschätzung der diesjährigen Ernte gibt und mit durchschnittlichen Ernten vergleicht. Das ist ein guter Leitfaden für Brauer, wie sie die 2022er Ernte in Ihren Rezepten einsetzen können. 

 

T: Vanessa, wir haben bereits etwas über die schlechte Ernte erfahren, aber was bereitet den Pflanzern derzeit noch Sorgen?

V: Auf der einen Seite haben wir die enttäuschenden Erträge, auf der anderen Seite die gestiegenen Produktionskosten. Diese sind etwa 25-30 % höher als letztes Jahr. Dabei hat sich der Preis für Energie und Draht verdoppelt, Pflanzenschutzmittel sind um etwa 15 % gestiegen im Vergleich zum letzten Jahr, während sich der Preis für Dünger vervierfacht hat. Und ab 1. Oktober wird der Mindestlohn für die Saisonarbeitskräfte erhöht. Insgesamt belaufen sich also die Mehrkosten beim Pflanzer auf 1.500-2.000€ pro Hektar. 

T: Sehr erheblich! Welche Antworten haben wir als Industrie auf den Klimawandel und die steigenden Produktionskosten? Wir haben ein großartiges Züchtungsprogramm in Deutschland, welches bereits viele neue Sorten gezüchtet hat, mit stabileren Erträgen. Und nun ist es an der Zeit für die Brauindustrie diese Sorten zu testen und häufiger in den Bierrezepten einzusetzen, damit wir weiterhin wirtschaftlich und wettbewerbsfähig Hopfen in Deutschland anbauen können. 

 

Das war unser September HopUpdate, und damit auch unser letztes für dieses Jahr, mit vielen interessanten Informationen zur Ernte 2022.
Wir hoffen, wir sehen uns nächstes Jahr!

Danke, dass ihr mit uns dabei wart und bis bald!

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