Sieben deutsche Brauereien unter den weltweiten Top 40

Deutsches Bier spielt international in der Spitzenliga mit: Sieben deutsche positionieren sich unter den 40 größten Brauereien weltweit. Das geht aus der aktuellen Rangliste „Top 40 Brauereien“ hervor, die im BarthHaas-Bericht 2021/2022 veröffentlicht wird.

Der größte deutsche Braukonzern ist, wie im Vorjahr, die Radeberger Gruppe. Mit 10,2 Millionen Hektolitern Absatz belegte sie 2021 Platz 22. Auf Platz 24 folgt mit einem Absatz von rund 8,5 Millionen Hektolitern die TCB Beteiligungsgesellschaft (u.a. mit dem Frankfurter Brauhaus, der Feldschlößchen/Dresden und der Gilde Brauerei/Hannover), an 25. Stelle die Oettinger Gruppe mit rund 8,5 Millionen Hektolitern.

 

Kräfteverhältnisse leicht verändert – eine Brauerei fällt aus der Liste

Während diese drei ihre Positionen gegenüber dem Vorjahr halten konnten, verbesserten zwei weitere deutsche Großbrauereien ihre Stellung am internationalen Markt sogar: Die Krombacher Gruppe erreichte mit 5,8 Millionen Hektolitern Platz 30 (2020: 31), die Paulaner Gruppe setzte 5,7 Millionen Hektoliter ab und stieg von Platz 33 auf 31 auf. Die Bitburger Braugruppe hingegen rutschte bei einem Absatz von 5,0 Millionen Hektolitern von Position 32 auf 33 ab.

Rang 40 belegt mit 3,1 Millionen Hektolitern die Brauerei Veltins, die im Vorjahr erstmalig den Sprung in die Top-40-Liste geschafft hatte. Als einziges unter den deutschen Unternehmen legte Veltins 2021 beim Absatz zu. Die Warsteiner Brauerei indessen – 2020 noch auf Platz 39 – fiel aus der Spitzenliga heraus.

 

Corona-Maßnahmen sorgen in Westeuropa weiter für Verluste

Auch bei den Nationen gab es 2021 Gewinner und Verlierer. Wie andere westeuropäische Länder gehörte Deutschland zu den Regionen der Welt, die nach wie vor unter den Corona-bedingten Einschränkungen zu leiden hatten. Die hier ansässigen Brauereien mussten daher überwiegend Mengenverluste hinnehmen, während sich Unternehmen aus den meisten anderen Ländern gegenüber dem ersten Pandemiejahr erholen konnten.

Insgesamt stieg das Ausstoßvolumen der 40 größten Brauereien im Jahr 2021 um etwa 80 Millionen Hektoliter auf fast 1,7 Milliarden Hektoliter, was einem Zuwachs von knapp 5 Prozent entspricht. Ihr Anteil am Gesamtmarkt weltweit nahm damit auf 91,4 Prozent zu. Besonders auffällig ist das hohe Gewicht der Konzerne, die die Liste anführen: Allein die Top 2, AB InBev und Heineken, stehen zusammen für nahezu die Hälfte (rund 48 %) des Bierausstoßes der Top 40 Brauereien.

 

Fusionen und Übernahmen bringen Verschiebungen am Markt

International sorgten auch im vergangenen Jahr einige Fusionen und Übernahmen für Veränderungen des Marktes, allerdings ging es dabei 2021 vorwiegend um die Konsolidierung von Minderheitsbeteiligungen. So erwarb Heineken eine Mehrheitsbeteiligung an United Breweries in Indien und erlangte durch die Übernahme der Distell-Gruppe die Kontrolle über Namibia Breweries.

Kirin/Lion kaufte mit Bell’s Brewing einen Pionier im amerikanischen Craft-Segment und festigte damit seine führende Position in diesem Marktsegment durch die Fusion der Betriebe mit New Belgium Brewing, die sich bereits im Besitz der Gruppe befinden.

Weitere Verschiebungen zeichneten sich im ersten Quartal dieses Jahres ab: Als Folge der Invasion Russlands in die Ukraine kündigten Heineken und Carlsberg im März 2022 ihren Rückzug vom russischen Markt an. Aus demselben Grund gab AB InBev im April bekannt, dass es seine Beteiligung an einem Joint Venture mit der türkischen Brauerei Anadolu Efes, die in Russland tätig ist, verkaufen wird.

 

Der vollständige BarthHaas-Bericht 2021/2022 wird am 25. Juli veröffentlicht.

 

Fotocredit: BarthHaas

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