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Dry Hopping - Fragen & Antworten

Das 1x1 des Hopfenstopfens

Was ist Dry Hopping? Wo liegt der Ursprung? Diese Fragen und mehr beantwortet unser Fachmann für Produktentwicklung Mark Zunkel.

Was ist Dry Hopping?

Beim Dry Hopping (auch „Hopfenstopfen“oder "Kalthopfung" genannt) wird der Hopfen dem Bier erst nach dessen Hauptgärung beigefügt. Je nach Häufigkeit des Hopfenstopfens und dem Zeitpunkt, entstehen so ganz verschiedene Hopfenaromen. "Dry Hopping“ heißt übrigens so, weil primär getrockneter Hopfen zum Einsatz kommt.

 

Wie funktioniert die Kalthopfung?

Es gibt verschiedene Arten für die Kalthopfung, teilweise hängt die Wahl auch von der Größe der Brauerei ab. In einer Heimbrauerei wird zumeist der Hopfen in einen Stoffbeutel "gestopft" und in das Jungbier gehängt. Alternativ kann mit Druck gearbeitet werden. Diese Methode nutzen die meisten größeren Brauereien. Hier werden Hopfenpellets in einen Behälter vorgelegt, durch welchen dann das Bier im Kreis gepumpt wird. Nach ausreichender Kontaktzeit kann das Bier abgefüllt werden. 

 

Kann die Kalthopfung beschleunigt werden?

  • Je höher die Temperatur, desto schneller ist der Dry-Hopping-Prozess abgeschlossen (zum Beispiel bei 20°). Jedoch werden durch unterschiedliche Temperaturen auch unterschiedliche Aromen extrahiert. 
  • Je schneller die Pellets in Lösung gehen, desto schneller können Aroma-und Geschmackststoffe extrahiert werden
  • Bewegung! Durch das Pumpen des Bieres werden die Hopfenpartikel in Schwebe gehalten und setzen sich nicht so schnell auf dem Tankboden ab.

 

Wo liegt der Ursprung des Hopfenstopfens?

Das Hopfenstopfen ist seit Jahrhunderten eine übliche Braupraxis, in  Großbritannien wird sie seit Anfang des 18. Jahrhunderts bei der Herstellung von Cask Ales angewendet.

 

Verstärkt die Kalthopfung die Bittere im Bier?

Bei der Verwendung von Pellets sorgen die oxidierten Alpha-Säuren (Humulinone) für eine Erhöhung der Bittere im Bier. Im Vergleich zu den Iso-alpha Säuren, die bei einem klassischen Prozess den Großteil der Bierbittere ausmachen, sind Humulinone etwas weniger bitter (Faktor 0,6). Bei stark gebitterten Bieren können aber auch Iso-Alphasäuren in das Hopfenmaterial adsorbiert und damit aus dem Bier entfernt werden. Die Kalthopfung mit Pellets kann daher je nach Ausgangswert, die Bittere erhöhen, senken oder in ihrem Charakter verändern.

Hopfenölprodukte wie z. B. PHAs enthalten ausschließlich Hopfenöl und keine Bittersäuren.

 

Gibt es einen perfekten Zeitpunkt, um ein alkoholfreies/alkoholarmes Bier hopfenzustopfen?

Wir haben gute Erfahrung mit speziellen Hefen gemacht, die keinen Alkohol produzieren und die Kalthopfung am Ende der Gärung vorgenommen. Dies bringt sehr intensive Aromen hervor.  

Sie haben eine Frage zum Thema Dry Hopping? Hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar, oder kontaktieren Sie uns unter brewingsolutions@barthhaas.de.

Ein Beitrag von

Technical Manager Brewing Solutions

Mark Zunkel

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