• Allgemein
  • Bier
  • Geschmack
  • Tips und Tricks

Die Frenchpress als Werkzeug um Hopfenaroma zu testen

Das Barthhaas Produktportfolio wirkt auf den ersten Blick oft überwältigend. Besonders schwierig ist es bei der Fülle an Hopfensorten den Überblick darüber zu behalten, welches Aroma mit welcher Sorte assoziiert wird. Darüber hinaus wird es zunehmend wichtig sich als Brauerei oder Getränkehersteller flexibler in Bezug auf Hopfensorten aufzustellen. Um eine langfristige und nachhaltige Versorgung mit Hopfen sicherzustellen, wird es in Zukunft nötig sein neue Sorten auszuprobieren, die vergleichbares Aroma wie traditionelle Sorten liefern.

Aus diesem Grund nutzt Barthhaas die Frechpress-Methode. Das Ziel des Verfahrens ist es, den Dryhopping-Prozess zu simulieren und einen ersten Eindruck vom Geschmack des finalen Produktes zu erhalten. Der erste Schritt ist es den Hopfen mit einer Waage abzuwiegen. 

Man kann den Hopfen kleinmahlen. Dies ist nicht zwangsläufig notwendig, kann aber hilfreich sein, besonders wenn mit ganzen Dolden gearbeitet wird. Empfohlen wird es, die Hopfenmenge anhand der Ölmenge zu berechnen. So wird Überdosieren und unnötige Verschwendung vermieden.  

Wenn wir also zum Beispiel Citra Pellets mit einem Ölgehalt von 2,5 ml/100g nutzen und auf einen Ölgehalt von 5-10ml pro Hektoliter abzielen, bedeutet das, dass wir 200-400g Citra-Pellets benötigen, um einen Hektoliter unseres gewünschten Bieres herzustellen. 

Als Nächstes legen wir den Hopfen in der Frenchpress vor. Dann wird die gewünschte Menge Bier dazugegeben. Hierfür kann grundsätzlich jedes Bier genutzt werden. Es empfiehlt sich jedoch ein Bier mit schwachem Hopfenaroma zu nutzen. Beim Einschenken des Bieres in die Frenchpress sollte man vorsichtig vorgehen, um ein Überschäumen zu vermeiden. 

Im nächsten Schritt gilt es, den Hopfen im Bier zu lösen. Hier wird im Endeffekt der Dryhopping-Prozess simuliert. Das heißt, wir wollen hier die Aromakomponenten aus dem Hopfen im Bier lösen. Dazu bewegen wir den Filter der Frenchpress vorsichtig auf und ab. Am Ende lässt man den Filter oben und lässt das Bier für ungefähr zehn Minuten ruhen, sodass sich die Aromastoffe lösen.  

Zum Schluss gilt es natürlich das Ergebnis zu probieren. Hier empfiehlt es sich wiederum das Original gegenüber dem gestopften Bier zu verkosten.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Ein Traum von Schaum

In englischen Pubs, belgischen und niederländischen Biercafés sieht man es oft: Zuerst taucht die Wirtin oder der Wirt den Zapfhahn in den Schaum, um…

Der heilige Gral des Hopfenstopfens

Kann man die Intensität des Hopfenaromas in gestopften Bieren vorhersagen? Für Brauer, die intensiv gehopfte Biere brauen, ist die Suche nach einer…

Hop Update September 2022

Hallo und herzlich willkommen zu unserem HopUpdate Ernte-Special dieses Jahr. Wir sind in der Zentral-Hallertau in Wolnzach bei Familie Pfab und heute…

Schreiben Sie Ihre Geschmacksgeschichte fort

Der Schlüssel, die Qualität und Beständigkeit Ihres Bieres zu wahren, liegt im Verständnis für die unterschiedlichen sensorischen Eigenschaften einer…