Nürnberg, 21. Juli 2026. Der weltweite Hopfenmarkt bleibt trotz weiterer Flächenreduzierungen deutlich unter Druck. Die globale Hopfenanbaufläche sank zur Ernte 2025 um 5,5 Prozent auf 52.660 Hektar. Auch die Erntemenge ging zurück: Weltweit wurden 109.188 Tonnen Hopfen geerntet, 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Das geht aus dem BarthHaas-Bericht 2025/2026 hervor, den der weltweit führende Hopfenspezialist im Rahmen einer Online-Pressekonferenz am 21. Juli vorstellte.
Dabei stieg Deutschland wieder an die Spitze der Hopfenanbauländer auf, da sich der Flächenrückgang in Deutschland aufgrund bestehender Vorverträge verzögerte. 2024 wurden in Deutschland lediglich 1,6 Prozent der Flächen aufgegeben. In 2025 wird nur noch auf 18.962 Hektar Hopfen angebaut, was einem Rückgang von 7 Prozent entspricht. Stilllegungen in gravierendem Umfang trafen indessen die USA, wo die Anbauflächen um fast 18 Prozent auf 18.513 Hektar im Jahr 2024 sanken. Mit großem Abstand auf Platz 3 positioniert sich weiterhin Tschechien mit 4.845 Hektar. Größtes Hopfenanbauland blieb Deutschland mit 18.962 Hektar. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Flächenrückgang um 6,5 Prozent. Auf Platz 2 folgen die USA mit 17.057 Hektar nach 18.513 Hektar im Vorjahr.
Erntemenge sinkt weltweit
Die weltweite Erntemenge sank 2025 auf 109.188 Tonnen. Der durchschnittliche Alphasäuregehalt stieg dabei leicht von 10,5 auf 10,6 Prozent. Insgesamt verringerte sich die erzeugte Alphamenge dennoch um 3,2 Prozent auf 11.532 Tonnen.
Der Anteil der Aromahopfen am gesamten Erntevolumen sowie an der erzeugten Alphamenge nahm zu, während der Anteil der Bitterhopfen entsprechend zurückging. Deutschland kam 2025 auf 43 Prozent der weltweit geernteten Alphamenge und blieb damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Anteil der USA sank auf 40 Prozent (Vorjahr: 41 %).
(Anmerkung: Die Alphasäure ist der für das Bierbrauen wichtigste Bestandteil des Hopfens und für die Bittere des Biers verantwortlich. Hopfenpflanzer verkaufen ihre Hopfen zum Teil auf Basis der gelieferten Alphamenge, und in den Verträgen mit den Brauereien ist die Alphasäure ebenfalls häufig ein Preisfaktor.)
Überproduktion trotz Flächenrückgang
Trotz der geringeren Anbaufläche überstieg die Hopfenproduktion auch 2025 weiterhin den Bedarf. Der weltweite Bierausstoß ging im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Hektoliter zurück. Parallel sank der Hopfenbedarf um knapp drei Prozent auf rund 10.700 Tonnen Alphasäure. Ausschlaggebend waren neben dem geringeren Bierausstoß eine reduzierte Hopfengabe im Brauprozess sowie Veränderungen in der Bierstilstruktur. In der Folge entstand ein Überschuss von etwa 1.200 Tonnen Alphasäure. Das entspricht einer strukturellen Überproduktion von rund 5.100 Hektar.
„Die Flächen wurden zwar erneut reduziert, der Markt ist damit aber noch nicht im Gleichgewicht“, erläutert Heinrich Meier, Verfasser des BarthHaas-Berichts. „Die Produktion überstieg auch 2025 den Bedarf. Für die aktuelle Versorgungsbilanz erwarten wir erneut einen Alphaüberschuss von etwa 1.000 Tonnen.“
Deutschland reduziert Fläche weiter
Auch 2026 setzt sich der Rückgang der Hopfenanbaufläche in Deutschland fort. Nach Angaben des Verbandes Deutscher Hopfenpflanzer umfasst sie 17.861 Hektar und liegt damit um 1.101 Hektar oder sechs Prozent unter dem Vorjahr. Die Fläche der Aromasorten sinkt um 715 Hektar, die der Bittersorten um 386 Hektar. Damit verschiebt sich die Verteilung leicht zugunsten der Bittersorten.
Weltweit liegt die Flächenreduktion 2026 bei rund 1.300 Hektar. Die strukturelle Überversorgung bleibt damit nach Einschätzung von BarthHaas bestehen. Zugleich geraten die Betriebe weiter unter Druck: Die Produktionskosten im Hopfenanbau und in der Verarbeitung steigen, während das Marktgeschehen trotz der eingeleiteten Anpassungsmaßnahmen weiterhin von erheblichen Überkapazitäten gekennzeichnet ist.
Branche muss sich anpassen
„Die globale Hopfen- und Bierbranche befindet sich in einer Phase tiefgreifender struktureller Veränderungen“, sagt Thomas Raiser, Geschäftsführer von BarthHaas. „Ein anhaltendes Überangebot trifft auf verändertes Konsumverhalten und steigenden wirtschaftlichen Druck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Entscheidend wird sein, wie anpassungsfähig die Branche vom Hopfenanbau bis zur Brauwirtschaft bleibt.“
Die Wiederherstellung eines Marktgleichgewichts bleibt damit die zentrale Herausforderung. Neben weiteren strukturellen Anpassungen werden auskömmliche Preise sowie Investitionen in Sortenentwicklung und Produktionseffizienz entscheidend sein, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Hopfenwirtschaft zu sichern.
Mehr Infos zum BarthHaas Bericht 2025 / 2026 und die Möglichkeit zum Download des Berichts finden Sie hier.
Über BarthHaas
BarthHaas ist ein weltweit führender Anbieter von Hopfenprodukten und Dienstleistungen rund um den Hopfen. Das Familienunternehmen in achter Generation ist Spezialist für den kreativen und effizienten Einsatz von Hopfen und Hopfenprodukten. Als Visionär, Impulsgeber und Ideenumsetzer gestaltet BarthHaas seit über 225 Jahren den Markt rund um einen einzigartigen Genussrohstoff.
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