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Hop Update September 2026

Hallo und herzlich willkommen zu den BarthHaas HopUpdates 2026!

Ernte Deutschland

In den kommenden Tagen endet die Hopfenernte in allen deutschen Hopfenanbaugebieten. Aufgrund des zu erwartenden niedrigen Ertrags ist die Ernte auf den Betrieben dieses Jahr kürzer. Derzeit wird vor allem noch die Sorte Herkules geerntet. Während der Ernte herrschten sommerliche Temperaturen und es gab vereinzelt leichte Niederschläge.

Die Erträge der Aromasorten Perle und Hallertauer Tradition sind enttäuschend und bewegen sich auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Auch die Erträge der flächenmäßig größten Sorte, Herkules, sind unterdurchschnittlich bis stark unterdurchschnittlich. Die ersten Alphas für Herkules liegen auf einem sehr niedrigen Niveau.

Wir gehen heute davon aus, dass die Erntemenge in Deutschland bei 33.330 Tonnen liegen wird. Damit würde die offizielle Ernteschätzung von 41 235 Tonnen deutlich unterschritten werden.

Hinsichtlich Krankheiten und Schädlingen zeigen die Aromasorten eine gute äußere Qualität. Gegen Ende der Vegetationsperiode kam es bei den spätreifen Sorten, wie beispielsweise Herkules, in gefährdeten Lagen zu einem Befallsdruck durch die Rote Spinne und den Falschen Mehltau.

Auch die anderen deutschen Anbaugebiete Tettnang und Elbe-Saale sind von niedrigeren Erträgen und Alphas geprägt.

Ernte in weiteren Anbaugebiete

Tschechien

Die Ernte in Tschechien ist bereits seit einigen Wochen beendet und die Hopfengärten geleert. Leider hat die Hitzewelle kurz vor der Ernte die zuvor durchschnittliche Ernteeinschätzung stark reduziert. Vor allem die flächenstärkste Sorte Saaz wurde dadurch  Ertrag und Alphabildung gravierend negativ beeinflusst. Dies verdeutlicht sich nun in den Ernteergebnissen und hier vor allen Dingen in der Alphaproduktion je Hektar. Denn die Durchschnittserträge für die Sorte Saaz liegen bei ca. 925 kg/ha und damit rund etwa 300 kg/ha und 23% unter dem langjährigen Schnitt.

Für das Anbauland ergibt sich daher eine geschätzte Gesamterntemenge von ca. 5.300 t, wobei 3.700 t auf die Sorte Saaz und 1.450 t auf alle weiteren Sorten zurückzuführen sind.

Slowenien

Ein außergewöhnliches Anbaujahr geht auch in Slowenien zu Ende, die Ernte ist abgeschlossen. Aufgrund mehrmaliger Hagelereignisse haben sich - wie bereits Anfang Juli angenommen - viele geschädigte Hopfenbestände nicht mehr ausreichend entwickeln können, was zu erheblichen Ertragseinbußen über das gesamte Anbauland geführt hat. So ist zum aktuellen Zeitpunkt von einer Gesamterntemenge von ca. 1.250 t auszugehen, was im Vergleich zur letztjährigen Ernte einer Reduzierung von beinahe 50 % entspricht. Die größten Einbußen wird es voraussichtlich bei den beiden Sorten Celeia und Aurora geben.
Aufgrund von mehreren Hitzewellen und hohen Temperaturen sind zudem die Alphagehalte aller Sorten unterdurchschnittlich.
Bemerkenswert ist, dass trotz der erschwerten Erntebedingungen, die sich durch die hagelgeschädigten Hopfenreben ergeben haben, mit guten bis sehr guten Qualitäten aus dem Anbaugebiet zu rechnen ist.

Polen

Mitten im Ernteprozess befinden sich aktuell die meisten polnischen Hopfenpflanzer, die bereits die Ernte der frühen Sorten wie z.B. Lubelski abgeschlossen haben und nun die Hochalphasorten wie Magnum und Magnat beernten. Leider sind Mindererträge auch für die polnischen Sorten zu erwarten, da durch die europaweiten Trockenperioden Niederschläge ausgeblieben sind. Stärker betroffen sind davon die Aromasorten, wobei auch die Bitterhopfen unter den langjährigen Durchschnittserträgen bleiben werden. Eine Einschätzung zur Gesamterntemenge ist weiterhin schwierig, wird sich jedoch auf einem Niveau von ca. 2.500 t bewegen.  
Die ersten Ergebnisse zu den Alphasäuregehalten lassen auf eher unterdurchschnittliche Werte schließen.

USA

Auch die Ernte in den amerikanischen Anbaugebieten Yakima, Idaho und Orgeon neigt sich dem Ende zu und wird bis in etwa einer Woche vollständig abgeschlossen sein.

Mit einer möglichen Produktion von ca. 38.000 t (inkl. non-PNW) kann eine leicht überdurchschnittliche Ernte über alle US-Anbaugebiete erwartet werden. 
Insgesamt kann von einer überdurchschnittlichen Alphaproduktion in Amerika ausgegangen werden. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die Flächenerweiterungen von überwiegend neuen Hochalphasorten. Diese können oft hohe Erträge bei gleichzeitig hohen Alphasäuregehalten liefern. Auch nach dieser Saison sind die Pegel der Wasserreservoire äußerst niedrig. Wie auch schon im letzten Jahr ist nun ausreichender Schneefall und Niederschläge in den Gebirgen notwendig, um die Speicherbecken über die kommende Vegetationsperiode kontinuierlich mit Wasser zu befüllen.

Einfluss der Ernte 2026 auf Ernte- und Alphaertrag

Gerade die europäischen Hopfenanbaugebiete müssen mit erheblichen Einbußen in Ertrag und Alpha aus dieser Ernte rechnen. Die hohe Anzahl an Hitzetagen und geringen Niederschlagsmengen über die gesamte Vegetationsperiode lassen diesen Rekordsommer zu einem negativen „Rekord-Hopfen-Jahr“ werden.

Um diese Entwicklung einzuordnen, werden nachfolgend für drei ausgewählte Sorten exemplarisch die Alphaerträge in Kilogramm Alpha je Hektar der vergangenen fünf Jahre dargestellt. Da die Ernte 2026 noch nicht abschließend ausgewertet ist, wird für das laufende Erntejahr ein vorläufiger Schätzwert zugrunde gelegt. Die Darstellung zeigt, dass die Alphasäureproduktion in den letzten 5 Jahren überwiegend weit unter dem 10-jährigen Ertragsschnitt waren. Die Hitze- und Trockenperioden in den europäischen Anbaugebieten häufen sich und die Hopfenbranche muss sich dieser Herausforderung stellen. Neben der angepassten Produktionstechnik, Schaffung von Bewässerungsmöglichkeiten muss auch die Brauwirtschaft den Umstieg auf klimaresilientere Hopfensorten mitgehen. Die neuen Sorten aus den europäischen Zuchtprogrammen wie Tango, Hüll Classic, Titan, als auch Sladek, Saaz Comfort und Saaz Shine zeigen gerade in dem Erntejahr 2026 ihre Ertrags- und Alphastabilität.

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