Hallo und herzlich willkommen zum BarthHaas HopUpdate September 2025!
Ernte Deutschland
In den nächsten Tagen geht die Hopfenernte in allen deutschen Hopfenanbaugebieten zu Ende. Derzeit wird vor allem die Sorte Herkules geerntet. Während der Ernte gab es immer wieder Niederschläge und die Temperaturen waren mäßig. Die Erträge der Aromasorten Perle und Hallertauer Tradition zeigen sich in der gesamten Hallertau durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich. Für die flächenmäßig größte Sorte, Herkules, kann aufgrund der noch laufenden Ernte derzeit noch keine eindeutige Aussage getroffen werden. Auch bei dieser Sorte ist jedoch mit durchschnittlichen bis leicht überdurchschnittlichen Erträgen zu rechnen.
Deshalb gehen wir heute davon aus, dass wir eine Erntemenge von etwa 43.200 Tonnen in Deutschland erreichen werden. Damit würde die offizielle Ernteschätzung von 41.235 Tonnen übertroffen.
Die Alphagehalte der Aromasorten sind durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich. Für die Hochalphasorten liegen noch zu wenige Werte vor; wir erwarten derzeit jedoch ebenfalls durchschnittliche Alphagehalte.
Hinsichtlich Krankheiten und Schädlingen zeigen die Aromasorten eine gute äußere Qualität, obwohl der Druck durch die Rote Spinne vielen Pflanzern während der gesamten Vegetationsperiode vor Herausforderungen stellte. Dies kann sich bei einzelnen Sorten auf die Qualität auswirken.
Im Anbaugebiet Tettnang fallen die Erträge in diesem Jahr etwas niedriger aus. Im Gegensatz dazu sind die Alphawerte leicht überdurchschnittlich.
Im Elbe-Saale-Gebiet wird derzeit eine leicht unterdurchschnittliche Ernte erwartet.
Die Übernahme des zertifizierten Hopfens aus den europäischen Anbaugebieten ist in vollem Gange. Sobald sich die Erkenntnisse über die Qualitäten und Alphagehalte der verschiedenen Sorten aus den jeweiligen Anbaugebieten bestätigt haben, wird die Arbeitsgemeinschaft Hopfenanalytik (AHA) die Jahrgangsdurchschnitte bekannt geben.
Ernte weitere Anbaugebiete:
Tschechien
In Tschechien wurde von Mitte August bis Mitte September geerntet. Es herrschten gute Erntebedingungen. Entsprechend gut ist auch die äußere Qualität des Hopfens.
Die Erntemengen liegen auf durchschnittlichem Niveau. Derzeit gehen wir von einer Erntemenge von etwa 6.500 Tonnen aus. Die in Tschechien am häufigsten angebaute Sorte, der Saazer, liefert bessere Erträge als in den vergangenen Jahren. Die übrigen Sorten liegen ertraglich sogar über dem Durchschnitt. Die Alphawerte bewegen sich auf einem durchschnittlichen Niveau und liegen je nach Region sogar leicht über dem langjährigen Durchschnitt.
Ernte Tschechien
Slowenien
Alle slowenischen Hopfenbaubetriebe haben die Ernte bereits abgeschlossen. Aufgrund extremer Witterungsbedingungen – stark wechselnde Temperaturen, sehr viel Niederschlag und Trockenperioden – sind die Erträge unterdurchschnittlich. Dies hat sich auf alle Sorten ausgewirkt. Besonders stark betroffen waren die Sorten Savinjski Golding, Celeia aber auch Aurora. Trotz niedriger Vorkontraktquoten wurden die Kontrakte aufgrund der niedrigen Erträge zum Teil nicht erfüllt. Wir gehen von einer Erntemenge von 2.100 Tonnen aus. Die Qualität des Hopfens ist hingegen gut.
Polen
In Polen dauert die Ernte noch bis nächste Woche an. Deshalb liegen noch nicht allzu viele Ertragsdaten vor. Wir schätzen die Ernte aktuell auf 3.000 Tonnen, was einer leicht unterdurchschnittlichen Ernte entspricht.
USA
Die Ernte in den USA ist in den drei Hauptanbaugebieten Oregon, Idaho und Yakima fast abgeschlossen. Die spätreifen Sorten und Hochalphasorten werden z.T. noch geerntet.
Die Ernteergebnisse in Ertrag zeigen sich etwas besser als geschätzt. Mit einer möglichen Gesamtproduktion von ca. 37.500 t (inkl. non-PNW) kann eine leicht überdurchschnittliche Ernte über alle US-Anbaugebiete eingefahren werden.
Kurzzeitig wurde Anfang September die Ernte im Yakima Tal durch eine stärkere Rauchbelastung, welche durch nahegelegene Buschfeuer ausgelöst wurde, eingeschränkt. Eine Witterungsänderung brachte jedoch schnell Abhilfe. Einige Pflanzer haben dennoch für ein bis zwei Tage mit der Ernte ausgesetzt, um das Hopfenaroma nicht durch den Rauch zu beeinflussen.
Die Wasserreserven sind zum Ende der Vegetation so gut wie aufgebraucht und man hofft auf überdurchschnittliche Winterniederschläge.