Hallo und herzlich willkommen zu den BarthHaas HopUpdates 2026!
Flächenzahlen Deutschland
Sorte | Gesamtfläche 2026 in ha | Differenz zu 2025 in ha |
| Herkules | 7.646 | - 202 |
| Titan | 718 | + 158 |
| Hallertauer Magnum | 681 | - 151 |
| Polaris | 545 | - 31 |
| Perle | 2.006 | - 337 |
| Hallertauer Tradition | 1.718 | - 299 |
Deutschland Gesamt | 17.861 | - 1.101 |
Quelle: Verband Deutscher Hopfenpflanzer e.V.
Die Anbaufläche in Deutschland verringert sich um 1.101 ha (- 5,8 %) auf insgesamt 17.861 ha. Wie schon im Jahr 2025 wurde die flächenmäßig größte Sorte der Welt, Herkules, weiterhin reduziert, die Anbaufläche verringert sich um 202 ha. Im Vergleich dazu zeigt die Hochalphasorte Titan eine weitere Zunahme um 158 ha (+28 %). Aromasorten werden weiterhin reduziert. Den größten absoluten Rückgang verzeichnet dabei die Sorte Perle mit -337 ha (-14 %), gefolgt von Hallertauer Tradition mit -299 ha (-15 %). Auch die Flavor-Sorten sind weiter rückläufig: Amarillo, Hallertau Blanc und Mandarina Bavaria verlieren allesamt Flächen im zweistelligen Hektarbereich. Gerodet wurden zudem die Sorten Opal (- 59 ha), Hallertauer Taurus (-39 ha), Hersbrucker Spät (- 33 ha), Northern Brewer (-24 ha) und Nugget (-15 ha). Die Zahl der aktiven Betriebe nimmt wie in den Vorjahren weiter ab und beträgt nun 904 (-62). Wie schon im Jahr 2025 werden nicht alle freiwerdenden Flächen an umliegende Betriebe verpachtet, sodass diese aus der Produktion ausscheiden.
Witterung und Pflanzenstand Deutschland
Ausreichende Niederschläge im Herbst und Winter 2025/2026 füllten die Wasservorräte in den Böden. Zudem sorgte ein sehr kalter Januar für eine gute Frostgare in den oberen Bodenschichten und schuf somit günstige Bedingungen zum Beginn der Vegetationsperiode. Nach einem niederschlagsreichen Februar sorgte überwiegend trockenes Wetter im März und April für gute Bedingungen bei den Frühjahrsarbeiten.
Abb. 1: Herkules Hallertau
Warme Temperaturen Ende April förderten das Wachstum und der Großteil der Bestände konnte ab Ende April angeleitet werden, ein paar Tage früher als gewöhnlich. Auch der Mai war in der gesamten Hallertau sehr trocken und warm. Erst Anfang Juni fielen lokal begrenzte Niederschläge, insgesamt war das Frühjahr jedoch deutlich zu trocken. Die Hopfenbestände haben derzeit das BBCH-Stadium zwischen 39 bis 41 erreicht, das heißt, die Hopfenpflanzen haben mittlerweile 90% bzw. die komplette Gerüsthöhe erreicht. Dies entspricht in etwa dem langjährigen Mittel. Peronospora ist derzeit nicht zu finden. In Befallslagen wurden die ersten Pusteln des Echten Mehltaus gefunden. Der Blattlauszuflug ist beendet. Die ersten Behandlungsmaßnahmen sind angelaufen. Die Rote Spinne ist in vielen Beständen zu finden. In den nächsten Wochen sind in den meisten Betrieben Akarizid-Maßnahmen geplant.
Abb. 2: Temperatur Juni 2026
Abb. 3: Niederschlag Juni 2026
Weitere europäische Anbaugebiete
Flächenzahlen Tschechien
In den tschechischen Anbaugebieten wurde die Anbaufläche um weitere 26 ha (- 0,5 %) auf insgesamt 4.786 ha reduziert. Trotz einer guten Ernte mit ebenso guten Alphaerträgen im letzten Jahr, wurde die Aromasorte Saazer um 10 ha (- 0,3 %) reduziert. Dies resultiert größtenteils aus weiter steigenden Produktionskosten und witterungsbedingt unsicheren Produktionsbedingungen. Bei der Sorte Sladek kam es aufgrund anbaubedingter Vorteile zu einer Einlegung von 12 ha. Andere bekannte tschechische Sorten verzeichneten jeweils leichte Reduzierungen.
Sorte | Gesamtfläche 2026 in ha | Differenz zu 2025 in ha |
Saaz | 3.942 | - 10 |
Sladek | 474 | + 12 |
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Tschechien Gesamt | 4.786 | - 26 |
Quelle: ÚKZÚZ – Central Institute for Supervising and Testing in Agriculture
Pflanzenstand Tschechien:
Der Entwicklungsstand der meisten Sorten liegt etwa im langjährigen Mittel. Auch in Tschechien herrschen trockene und warme Bedingungen, jedoch gab es regional immer wieder vereinzelte Niederschläge.
Sowohl Krankheiten als auch das Auftreten von Schädlingen sind bis jetzt nur vereinzelt zu finden. Neben Peronospora gibt es vereinzelt Befall mit roter Spinne.
Abb. 4: Saazer Tschechien
Flächenzahlen Polen
Die Hopfenfläche in den polnischen Anbaugebieten verhält sich aufgrund der Betriebsstrukturen sehr stabil und konnte sogar einen kleinen Anstieg verzeichnen. Auch wenn die Hochalphasorten wie Magnum und Magnat reduziert wurden, kam es auf den überwiegend kleinstrukturierten Betrieben vor allem bei der Sorte Lubelski in den letzten beiden Jahren zu Neueinlegungen und Flächenerweiterungen.
Sorte | Gesamtfläche 2026 in ha | Differenz zu 2025 in ha |
Magnum | 580 | - 10 |
Magnat | 190 | - 10 |
Lubelski | 350 | + 35 |
Polen Gesamt | 1.606 | + 25 |
Quelle: GUS – Główny Urząd Statystyczny
Pflanzenstand Polen:
Der Entwicklungsstand der polnischen Hopfen liegt leicht hinter dem langjährigen Mittel, was auf trockene Bedingungen in den letzten Monaten zurückzuführen ist. Auch wenn die Wintermonate schneereich und feucht gewesen sind, haben ausbleibende Niederschläge und hohe Temperaturen zu teils frühen Trockenperioden geführt. Dieser leichte Rückstand kann jedoch schnell wieder aufgeholt werden. Krankheiten und Schädlinge sind nur in Befallslagen zu finden.
Abb. 5: Lubelski Polen
Flächenzahlen Slowenien
Zu flächenmäßig gravierenden Reduktionen kam es seit der Ernte 2025 in den slowenischen Anbaugebieten. Insgesamt wurden landesweit 262 ha Hopfen gerodet, jedoch auch 110 ha wieder neu eingelegt. Dies ergibt eine gesamte Flächenreduktion von 152 ha. Am meisten Fläche wurde mit 154 ha bei der Sorte Aurora gerodet, bei welcher aufgrund einer schwachen Vorkontraktquote viele Mengen nicht vertraglich gebunden gewesen wären. Im vierten Jahr in Folge kam es bei der Sorte Celeia zu Neueinlegungen. Dabei wurde die Fläche um 48 ha erweitert.
Sorte | Gesamtfläche 2026 in ha | Differenz zu 2025 in ha |
Aurora | 466 | - 154 |
Celeia | 595 | + 48 |
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Slowenien Gesamt | 1.451 | - 152 |
Quelle: IHPS – Slovenian Institute of Hop Research and Brewing
Pflanzenstand Slowenien:
Sowohl die Winter- als auch die Frühjahrsmonate waren durchwegs wärmer als normal zu dieser Zeit. Hinzu kommen unterdurchschnittliche Niederschläge, beispielsweise im April, als nur 25 % des langjährigen Durchschnitts erreicht wurden. Auch der Mai brachte mit bis zu 32 °C hohe Temperaturen mit sich. Anfang Juni kam es im Savinja-Tal, in Ptuj und in Ormož zu einem starken Hagelereignis. Mit 900 ha ist ein Großteil der slowenischen Hopfenanbaufläche betroffen. Die Schäden reichen von einem Kopfabschlag von 70 % bis hin zu einer vollständigen Verletzung der Pflanzen, an denen nur noch die blanken Reben zurückblieben. Diese Bestände werden voraussichtlich nicht mehr beerntet. Es muss mit Unterlieferungen über allen Sorten gerechnet werden.
USA (PNW - Washington, Idaho, Oregon)
Die Anbaufläche des Pazifischen Nordwestens der USA (Washington, Idaho und Oregon) bleibt mit 16.853 Hektar gegenüber 16.857 Hektar im Vorjahr nahezu konstant Mit einem Flächenzuwachs von 182 ha (+6 %) baut Citra als wichtigste Sorte ihre Spitzenposition weiter aus und wird 2026 auf rund 19 % der gesamten Hopfenfläche im PNW angebaut. Ebenfalls deutlich zulegen konnten die Aromasorten Krush® und Dolcita™, die ihren Flächenanteil spürbar erhöhten. Rückläufig entwickelte sich dagegen der Anbau von Amarillo®, Azacca®, Simcoe® und Mt. Rainier, deren Flächen deutlich reduziert wurden. Bei den Bittersorten bleibt CTZ trotz einer Rodung von 384 ha (-19 %) mit einem Flächenanteil von 9 % die zweitgrößte Sorte im PNW. Die Sorte Apollo™ wurde vollständig aus der Produktion genommen (-296 ha). Demgegenüber verzeichnet die Sorte Helios™ einen Flächenzuwachs von 458 ha. Mit einer geschätzten Anbaufläche von rund 51.350 ha setzt sich der weltweite Flächenabbau im Hopfenanbau auch 2026 fort. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Verringerung um etwa 3 % bzw. 1.300 ha.
Sorte | Gesamtfläche 2026 in ha | Differenz zu 2025 in ha |
Aroma | 12.492 | + 284 |
Bitter | 4.361 | - 288 |
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USA (PNW) Gesamt | 16.853 | - 4 |
Quelle: United States Department of Agriculture
Abb. 8: USA