Hallo und herzlich willkommen zu den BarthHaas HopUpdates 2026!
Witterung und Pflanzenstand Deutschland
Seit dem letzten HopUpdate herrschten im Juni und Juli in allen deutschen Anbaugebieten hochsommerliche Temperaturen von bis zu 38 °C. Vor allem in der Hallertau gab es nur einzelne, lokal begrenzte Niederschlagsereignisse. Die Niederschlagsmengen für diese beiden Monate liegen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Entsprechend trocken sind die Bodenverhältnisse. Dies ist auch am Hopfen erkennbar: Der Habitus der Reben ist eher schlank und teilweise spitz zulaufend. Nach derzeitiger Einschätzung sind alle Sorten als leicht unterdurchschnittlich zu beurteilen. Im Anbaugebiet Tettnang kam es Mitte Juli zu einem Hagelereignis, bei dem ca. 200–250 ha der Fläche betroffen sind, wobei bei diesen Flächen von Ertragsschädigungen zwischen 10 und 50 % auszugehen ist.
Der Entwicklungsstand liegt derzeit mehrere Tage bis zu einer Woche zurück. Die Hopfenbestände zeigen das BBCH-Stadium 55, das heißt die Infloreszenzknospen sind vergrößert. Die BBCH-Stadien 61 bis 65, die den Beginn bzw. die Vollblüte anzeigen, sind bei sämtlichen Sorten vorzufinden. Sorten wie Hallertauer Mittelfrüh beginnen bereits mit der Ausdoldung. Peronospora stellt bisher kein großes Problem dar, da die Sporenzahlen weiterhin niedrig sind. Echter Mehltau ist vereinzelt, hauptsächlich in der Sorte Herkules, zu finden. Die Bestände sind frei von Blattläusen. Spinnmilben sind vereinzelt zu finden. Die Sommergeneration des Erdflohs tritt hingegen verstärkt auf. Bei den anfälligen Sorten konnte eine Zunahme der Welkesymptome beobachtet werden.
Abb. 7: Temperatur Juli 2026
Abb. 8: Niederschlag Juli 2026
Weitere Anbaugebiete:
Pflanzenstand Tschechien
Auch in den tschechischen Anbaugebieten herrschte eine sommerliche Witterung. Dennoch kam es zu lokalen, teilweise ausgiebigen Niederschlägen mit bis zu 50 Litern und gemäßigten Temperaturen. Dadurch konnte sich ein Großteil der Hopfensorte Saazer noch gut entwickeln und befindet sich nun inmitten der Ausdoldung. Derzeit kann von einer beinahe durchschnittlichen Ernte ausgegangen werden, die bereits gegen Mitte des Monats August starten wird. Krankheiten und Schädlinge sind unter Kontrolle.
Pflanzenstand Slowenien
Neben der Hitzewelle Ende Juni kam es auch im Juli immer wieder zu Hitzetagen, mit Temperaturen über 30 °C. Zusätzlich fielen nur sehr vereinzelt und sehr geringe Niederschläge in den slowenischen Anbaugebieten. Für die rund 900 ha große Hopfenfläche, die Anfang Juni von mehrfachen Hagelereignissen betroffen war, ist diese Witterung nicht förderlich. Viele Bestände konnten kein weiteres Längenwachstum mehr verzeichnen und haben daher die Gerüsthöhe nicht erreicht. Auch die Entwicklung der Seitentriebe und der Blütenansatz wurden stark beeinträchtigt. Deshalb ist bei mehr als der Hälfte dieser Fläche von sehr starken Ertragseinbußen auszugehen.
Aufgrund von weitreichenden Bewässerungsmaßnahmen können bei vielen unversehrten Beständen die Auswirkungen durch die Hitze abgeschwächt werden. Jedoch werden auch hier unterdurchschnittliche Erträge erwartet.
Pflanzenstand Polen
Auch die polnischen Hopfenanbaugebiete blieben von der Hitzewelle mit Höchsttemperaturen von mehr als 40 °C nicht verschont. Je nach Region kam es im Anschluss zu lokalen Niederschlägen, die von 5 – 55 Litern variieren. Diese Ungleichverteilung hat Auswirkungen auf die Hopfenbestände in den jeweiligen Anbauregionen. Während einige Gebiete mit stark unterdurchschnittlichen Erträgen rechnen müssen, ist in anderen von einer Durchschnittsernte auszugehen. Insgesamt konnten Aromasorten die heißen Temperaturen besser verkraften als die Hochalphasorten (v.a. Magnum). Da die Entwicklung der polnischen Hopfen den deutschen Beständen rund zwei Wochen zurückliegt, kommt es nun vor allem auf die Witterung in den nächsten drei Wochen an.
Abb. 13: Magnum in Polen
Pflanzenstand USA
Der Pflanzenstand in den USA entspricht derzeit dem langjährigen Mittel. Obwohl Wasser weiterhin rationiert wird, stellt dies aktuell keine kritische Situation dar. Die Pflanzer konnten ihren Wasserbedarf durch zusätzliche Maßnahmen decken. Zudem treten Mehltau und Spinnmilben nur sehr geringfügig auf. In der Umgebung kommt es immer wieder zu Bränden, da das Frühjahr und der Sommer sehr trocken waren. Dennoch beeinträchtigt die Rauchentwicklung den Hopfen aktuell nicht. Die Hauptsorten Citra und Mosaic sowie die Alpha-Sorte CTZ präsentieren sich zum jetzigen Zeitpunkt durchschnittlich, die Sorte Cascade überdurchschnittlich.