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Hop Update August 2026

Hallo und herzlich willkommen zu den BarthHaas HopUpdates 2026!

Deutschland

Offizielle Ernteschätzung Deutschland 

Insgesamt wird für das deutsche Anbaugebiet eine Erntemenge von 33.779 t geschätzt. Diese verteilt sich wie folgt auf die Anbaugebiete:

Hallertau 28.750 t
Elbe-Saale 2.196 t
Tettnang 2.313 t
Spalt 494 t
Deutschland Geasmt 33.779 t

Im Vergleich dazu, lag die Erntemenge im Jahr 2025 in Deutschland bei 43.141 t. 

Weitere Details zu der offiziellen Ernteschätzung sind beim Verband Deutscher Hopfenpflanzer zu finden: https://www.deutscher-hopfen.de/presse/hopfenrundfahrt-2026-und-ernteschaetzung-2026/

 

Witterung und Pflanzenstand Deutschland

Ende Juli war es in allen deutschen Anbaugebieten weiterhin sehr warm bis heiß. Das Niederschlagsdefizit verschärfte sich. Insgesamt fielen die Niederschläge sehr unterschiedlich aus. Die zweite Augusthälfte war durch moderate bis sommerliche Temperaturen mit kühlen Nächten geprägt. Die extremen Wetterumstände während der gesamten Wachstumsperiode beeinflussen die Entwicklung des Hopfens. Alle Sorten zeigen sich schlank im Habitus. Es ist von unterdurchschnittlichen Erträgen über alle Sorten hinweg auszugehen. Auch die ersten Ergebnisse des Alphamonitorings zeigen für die Hallertau unterdurchschnittliche Werte. In allen Anbaugebieten liegt der Entwicklungsstand derzeit einige Tage hinter dem langjährigen Mittel zurück. Die Hopfenbestände haben derzeit das BBCH-Stadium 81 bis 89 erreicht, das heißt, die Reife hat begonnen und schreitet voran. Während Blattläuse kaum zu finden sind, hat der Spinnmilbenbefall weiter zugenommen und ist teilweise auch im Gipfelbereich zu finden. Aktuell werden vor allem bei den späten Sorten Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt. Der Erdfloh verursacht weiterhin Fraßspuren an den Dolden. Pilzkrankheiten stellen nur wenige Probleme dar. Die Sporenzahlen, die den Befall mit Peronospora beschreiben, waren während der gesamten Vegetationsperiode sehr niedrig. Echter Mehltau tritt nur vereinzelt auf, vor allem bei anfälligen Sorten wie Herkules. Wie schon in anderen trockenen Jahren zu beobachten war, nehmen die Symptome der Welkekrankheit nicht weiter zu.

Abb.1: Herkules in der Hallertau geschädigt von der Hitze

Abb.1: Herkules in der Hallertau geschädigt von der Hitze

Abb.2: Herkules, Hallertau

Abb.2: Herkules, Hallertau

Abb. 3: Dolden Hallertauer Tradition, Hallertau

Abb. 3: Dolden Hallertauer Tradition, Hallertau

Abb.4: Tettnanger, Tettnang

Abb.4: Tettnanger, Tettnang

Abb.5: Ernte in Tettnang

Abb.5: Ernte in Tettnang

Abb.6: Dolden Tettnanger, Tettnang

Abb.6: Dolden Tettnanger, Tettnang

In Tettnang haben einige Betriebe bereits ab dem 20. August mit der Ernte begonnen. In der Hallertau werden die meisten Betriebe dagegen erst Ende dieser Woche, um den 5. September, mit der Ernte beginnen. Die Betriebe im Anbaugebiet Elbe-Saale starten Anfang bis Mitte September mit der Ernte.

Pflanzenstand weitere Anbaugebiete

Tschechien

Bereits Mitte August hat in Tschechien die Ernte bei den ersten Betrieben mit der frühesten und gleichzeitig flächenmäßig größten Sorte Saazer gestartet. Da die Wachstumsbedingungen während der Saison passabel gewesen sind und immer wieder kleinere Niederschlagsmengen zu verzeichnen waren, konnte lange von einer beinahe durchschnittlichen Ernte ausgegangen werden. Ab Ende Juli blieben dann jedoch weitere notwendige Niederschläge aus und Hitzewellen und hohe Temperaturen haben den Beständen zugesetzt. Diese Extrembedingungen zeigen nun auch Auswirkungen auf die Alphasäuregehalte und die Erträge. Die ersten Ergebnisse des Alphamonitorings durch das tschechische Institut „Chmelarsky Institut“ weisen vor allem für das Anbaugebiet Saaz historisch niedrige Alphawerte von derzeit 1,8 % für die Sorte Saazer auf. Auch in anderen Regionen sind stark unterdurchschnittliche Alphawerte zu verzeichnen. Offizielle Alphagehalte von zertifizierten Partien liegen noch in nicht ausreichender Anzahl vor. Neben geringen Alphawerten, muss auch von unterdurchschnittlichen Erträgen ausgegangen werden. Die Ertragserwartungen für andere tschechische Sorten wie Sladek, Premiant und Kazbek sind leicht unterdurchschnittlich.

Abb.9: Saazer, Tschechien

Abb.9: Saazer, Tschechien

Abb.10: Ernte in Tschechien

Abb.10: Ernte in Tschechien

Slowenien

Der Gesamteindruck der slowenischen Hopfenbestände ist durchwegs geprägt von den mehrfachen Hagelereignissen über beinahe alle Anbauregionen. Vor allem das Savinja Tal wurde Ende Juni sehr stark durch Hagel geschädigt. Aufgrund ungünstiger Witterung mit hohen Temperaturen und ausbleibenden Niederschlägen konnten sich diese Bestände nicht mehr ausreichend entwickeln. Die Ertragsverluste auf der ca. 900 ha großen Schadfläche reichen von etwa 10 % bis zu 100 %. Die nicht vom Hagel geschädigten Flächen konnten sich gut entwickeln. Hier kann teilweise mit durchschnittlichen Erträgen gerechnet werden. Aufgrund des hohen Anteils an gehagelten Hopfenbeständen sind jedoch über alle Sorten hinweg signifikante Ertragseinbußen zu erwarten. Zusätzlich ist laut den Ergebnissen des Alphamonitorings des slowenischen Institutes „IHPS“ für alle Sorten mit unterdurchschnittlichen Alphasäuregehalten zu rechnen.

Abb.11: Hopfen mit starkem Hagelschaden, Slowenien

Abb.11: Hopfen mit starkem Hagelschaden, Slowenien

Abb.12: Hopfen ohne Hagelschaden, Slowenien

Abb.12: Hopfen ohne Hagelschaden, Slowenien

Polen

Zu Beginn der Wachstumsperiode wurden die polnischen Hopfenbestände teilweise durch Spätfröste geschädigt. Daraufhin folgten mehrere Hitzewellen mit hohen Temperaturen und nur sehr geringe Niederschläge. Zwischen den polnischen Anbauregionen gibt es jedoch aufgrund der großen Distanzen deutliche Unterschiede hinsichtlich der Entwicklung der Bestände. Insgesamt sind jedoch sowohl Hochalphasorten als auch Aromasorten als unterdurchschnittlich einzustufen.Da die Ernte erst voraussichtlich in der Kalenderwoche 37 beginnen wird, liegen noch keine Alphasäuregehalte vor.

Abb.13: Magnum, Polen

Abb.13: Magnum, Polen

Abb.14: Lubelski, Polen

Abb.14: Lubelski, Polen

USA

Der Entwicklungsstand entspricht dem langjährigen Durchschnitt. In allen Anbaugebieten herrschten für den Hopfen optimale Temperaturen. Alle Sorten sind als durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich zu bezeichnen. Krankheiten und Schädlinge stellen kein Problem dar. Die Ernte hat in den letzten Tagen begonnen.

Ernteerwartung und Auswirkung auf Vorverträge

Die eingangs geschilderte Schätzung für Deutschland liegt um 22% unter der Ernte 2025 und um ca. 17% unter einer durchschnittlichen Ernte. Erste Untersuchungen der Inhaltsstoffe an noch nicht geernteten Reben weisen auf ausgesprochen niedrige Alphawerte hin und es gibt wenig Hoffnung, dass der Rückstand zu Normalwerten bis zur Ernte noch aufgeholt werden kann. Wir rechnen deshalb mit nennenswerten Unterlieferungen der Vorverträge nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Tschechien, Slowenien und ggf. Polen. Wir stellen uns deshalb bereits darauf ein, dass nicht alle Verkaufsverträge, insbesondere Aromasorten die in Kilogramm Alpha verkauft sind, voll erfüllt werden können. Die Anwendung der s.g. Alphaklausel ist wahrscheinlich notwendig, um eine gerechte Verteilung der stark verknappten Mengen aus Ernte 2026 zu gewährleisten. Inwieweit Altbestände herangezogen werden können, um Defizite auszugleichen, muss in individuellen Gesprächen geklärt werden.

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