Diese Kooperation mit Busa dei Briganti entstand im Juli 2025. Das Bier wurde erstmals an der BarthHaas Collab‑Bar auf der drinktec 2025 in München ausgeschenkt, wo PRYSMA™ vorgestellt wurde. Doch das Projekt war nie als einmaliges Kollaborationsbier gedacht. Ziel war es, PRYSMA™ in einem regulären Produktionsumfeld einzusetzen und die Prozessdaten für sich sprechen zu lassen.
Busa ist genau diese Art von Brauerei. Das Team verfolgt Leistungsdaten konsequent, nimmt Anpassungen bewusst vor und behält bei, was sich bewährt. Damit sind sie ein idealer Partner, wenn Hopfen‑Tools anhand realer Produktionsdaten – und nicht nur guter Absichten – validiert werden sollen.
Head Brewer Davide Salvalaio begegnete PRYSMA™ zudem nicht zum ersten Mal. Über das BarthHaas Brewery Insight Forum arbeitete er gemeinsam mit Brauern aus ganz Europa und dem Vereinigten Königreich an frühen Sudversuchen und Feedbackrunden mit, die PRYSMA™ vor der Markteinführung entscheidend mitgeprägt haben. Anschließend gehörte Busa zu den ersten Brauereien in Europa, die PRYSMA™ kommerziell einsetzten – und prüften, wie es sich dosieren lässt, wie es sich in den Prozess integriert und wie es jenseits des Pilotmaßstabs performt.
Der Ausgangspunkt war klar: Davide hatte hopfenbedingte Verluste bereits durch Prozesskontrolle, Zentrifugation und frühere Versuche mit Flüssighopfen deutlich reduziert. Die verbleibende Frage kennen viele Brauereien, die hopfenbetonte Biere im großen Maßstab produzieren: Wenn man bereits „optimiert“ hat – bleibt dann noch nennenswertes Potenzial, ohne Abstriche bei der Bierqualität zu machen?
Warum PRYSMA™
PRYSMA™ ist eine fließfähige flüssige Hopfenaromaplattform, die Hopfenintensität liefern soll, ohne unnötige Handling‑Hürden in den Prozess zu bringen. In dieser Kooperation wurde PRYSMA™ als Produktionswerkzeug eingesetzt: direkte Dosierung, vorhersehbare Integration und eine deutlich reduzierte Hopfenfeststoffmenge im Vergleich zu pelletintensiver Kalthopfung. Das Team dosierte PRYSMA™ Eclipse® während Gärung und Reifung zusammen mit Luna® (HPA‑033) direkt in den Fermenter – vollständig im bestehenden Workflow.
Auch der Referenzpunkt wurde bewusst gewählt. Wie Davide erklärte:
„Unser Flaggschiff‑IPA Terremoto ist für uns ein hervorragender Benchmark in Bezug auf Qualität und Stabilität … wir haben dieses Bier gewählt, weil wir über fast 100 Sude die größte historische Datenbasis haben. Dadurch wird ein statistischer Vergleich zwischen den Versuchen und diesem Bier deutlich einfacher.“
Was Busa herausfand: deutliche Effizienzgewinne
Das wesentliche Ergebnis ist eindeutig: Ein höherer Anteil PRYSMA™ reduzierte Bierverluste und erhöhte das rückgewinnbare Volumen. Über das Jahr hinweg führte dies zu mehr abgefülltem Bier und weniger benötigten Suden für denselben Gesamtausstoß. Neben dem Ertrag zeigten sich klare betriebliche Vorteile: weniger Prozessunterbrechungen, effizientere Separation downstream und geringerer Reinigungsaufwand.
Sensorik muss weiterhin überzeugen
Busa verglich das mit PRYSMA™ gebraute Bier im Blindtest mit der Referenz. Die Biere lagen bei den zentralen sensorischen Attributen sehr eng beieinander – Hopfenintensität und Qualität blieben klar erhalten.
Davides Fazit: „Verglichen mit dem ursprünglichen Terremoto haben wir ein Bier, das sich nicht stark vom vorherigen unterscheidet; der einzige Unterschied ist, dass es sehr trinkbar ist und wir es als saftiger und voller im Geschmack und Aroma wahrnehmen.“
Auch zu Luna® (HPA‑033) teilte Davide seine Einschätzung:
„Im Bier liefert HPA‑033 genau das, was man schon beim Rub‑Test erwarten würde: ein saftiges, klares, präzise definiertes Aroma mit süßer Zitrusnote – Orange, Mandarine, Marmelade – unterstützt von Mango und weichen tropischen Früchten, mit einem feinen floralen Akzent. Am Gaumen bleibt es weich und rund, mit guter Persistenz und ohne harte Kanten. Modern, ausdrucksstark und sehr trinkbar – die Kombination aus Zitrus und Mango bildet das Kernprofil.“
Was das in der Praxis bedeutet
Die Erfahrungen von Busa zeigen: Das Hopfenformat kann ein strategischer Effizienzhebel sein – nicht nur ein Aromawerkzeug. PRYSMA™ kann hopfenbedingte Verluste und Störungen reduzieren und gleichzeitig die Hopfenexpression liefern, die moderne IPAs erwarten lassen.
Davide brachte den Nutzen auf den Punkt: „Für uns war es eine Win‑Win‑Situation … allein durch den Austausch eines Rohstoffs.“
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In der vollständigen Fallstudie finden sich das Versuchsdesign, die Dosierstrategie und sämtliche Leistungsdaten.