Wenn in Deutschland die Hopfensaison längst vorbei ist, läuft sie am anderen Ende der Welt auf Hochtouren. Für Anna, eine junge Hopfenpflanzerin aus der Hallertau, wurde das Hops & Travel Programm von BarthHaas zur einmaligen Gelegenheit, die Hopfenernte in Australien hautnah zu erleben. Vier Wochen lang arbeitete sie auf einer Farm im Oven Valley mit und sammelte Eindrücke, die weit über den Hopfen hinausgehen.
Das Programm verbindet Hopfenpflanzerinnen und Hopfenpflanzer über Ländergrenzen hinweg und ermöglicht praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Anbauregionen. Für Anna wurde es zugleich zu einem wertvollen Beispiel für den Wissensaustausch innerhalb der globalen BarthHaas Gruppe, bei dem Hop Products Australia ihr die Tür zu einer der intensivsten und eindrücklichsten Ernteerfahrungen ihrer bisherigen Laufbahn öffnete.
„Programme wie das Hops & Travel Program sind von enormem Wert – nicht nur für die Teilnehmenden selbst, sondern auch für unser Unternehmen und die gesamte Branche. Junge Hopfenpflanzerinnen und -pflanzer aus aller Welt bei uns willkommen zu heißen, fördert einen wertvollen Wissensaustausch, stärkt globale Kompetenzen und unterstreicht unser Engagement für die Entwicklung der nächsten Generation in der Hopfenbranche. Anna brachte viel Neugier, Energie und einen echten Lernwillen mit, und es war uns eine Freude, sie während ihrer Zeit bei HPA zu begleiten“, sagt Kate Taylor, General Manager People & Culture von HPA.
Vom Hallertauer Hopfengarten nach Victoria
Ende Februar reiste Anna von München über Dubai nach Melbourne und weiter zur Rostrevor Hop Gardens Farm von Hop Products Australia (HPA) im Oven Valley in Victoria. Dort arbeitete sie vier Wochen lang mitten in der Hopfenernte in Australien.
Als Teil der BarthHaas Gruppe bot HPA den Rahmen für Annas Aufenthalt und gab ihr die Möglichkeit, den australischen Hopfenanbau von innen kennenzulernen: von den Feldern und der Erntearbeit über Züchtung und Labor bis hin zur Verarbeitung.
Schon bei der Ankunft war klar: Diese Erfahrung würde anders werden als alles, was Anna aus Deutschland kannte. Die Größenordnung der Farm, die weitläufigen Hopfenflächen und die technische Ausstattung beeindruckten sie sofort. Auch die Landschaft mit Bergen, Hügeln und großer Weite blieb ihr in Erinnerung. Ein besonderer Moment gleich zu Beginn: In der Konditionierungshalle entdeckte sie eine deutsche Hopfenpresse der Firma Reith Landtechnik.
Ihr erster Gedanke: „Jetzt bin ich am anderen Ende der Welt und die haben die gleiche Hopfenpresse wie wir!“
Arbeiten zwischen Trocknung, Labor und Feld
Noch vor der Ernte konnte Anna in Züchtung und Forschung mitarbeiten und bekam Einblicke in bestehende und neue Hopfensorten. Während der Ernte war sie vor allem in der Hopfentrocknung im Einsatz. Darüber hinaus lernte sie fast alle Stationen der Verarbeitung kennen: Aufladen der Hopfenreben, Transport zur Pflückmaschine, Arbeiten in der Erntehalle, Pressen der getrockneten Hopfen und Einblicke ins Labor. Auch Bottom-Cutter und Topcutter konnte sie fahren. Gearbeitet wurde mit hoher Intensität: Die Ernte lief 24 Stunden am Tag, sechs Tage pro Woche. Anna selbst arbeitete täglich von 6 bis 18 Uhr.
Was Australien anders macht
Besonders spannend fand Anna den direkten Vergleich mit Deutschland. Viele Herausforderungen seien ähnlich, vor allem mit Blick auf den Klimawandel. Gleichzeitig machen heißere und trockenere Sommer die Bewässerung in Australien unverzichtbar.
Auch bei der Ernte zeigen sich Unterschiede: In Australien wird in deutlich größeren Dimensionen gearbeitet. Das bedeutet beeindruckende Technik und hohe Effizienz, aber auch komplexere Abläufe.
Diese Unterschiede direkt zu erleben, gab Anna ein tieferes Verständnis dafür, wie sich Hopfenanbau an lokale Bedingungen anpasst. Zugleich zeigte ihr die Erfahrung, wie viel entstehen kann, wenn Hopfenpflanzer aus unterschiedlichen Regionen ihre Perspektiven teilen und Arbeitsweisen miteinander vergleichen.
Technik, Teamgeist und viele unvergessliche Momente
Zu den Highlights zählten für Anna die Einblicke in den ganzjährigen Anbau, die Arbeit in unterschiedlichen Bereichen der Ernte, der Tag im Labor und die exklusive Führung durch die neue Pelletieranlage. Besonders viel Freude hatte sie beim Transport des Hopfens mit dem Traktor durch die Hopfengärten.
Mindestens genauso prägend waren für sie die Menschen auf der Farm. Anna erinnert sich an viele offene, herzliche Gespräche und daran, wie schnell sie sich als Teil der Gemeinschaft fühlte. Das gemeinsame Grillfest zum Ende der Ernte, die Abende nach der Schicht und die Besuche in Brauereien und Pubs bleiben ihr besonders in Erinnerung. Auch der Bierstil Pacific Ale hat Eindruck hinterlassen.
„Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war, wie offen und herzlich alle waren. Ich habe mich sehr schnell als Teil des Teams gefühlt“, erinnert sich Anna.
Ein sehr persönlicher Moment war der Abschied von der Farm: Der Farmmanager und der Leiter der Züchtung kamen noch einmal persönlich vorbei, um sich zu verabschieden und sich für die Zusammenarbeit zu bedanken.
„Anna war während ihrer Zeit bei uns eine echte Bereicherung für das Team – insbesondere in unserer arbeitsintensiven Erntezeit. Sie zeigte eine starke Arbeitsmoral, stellte die richtigen Fragen und hatte großes Interesse daran, unsere praktische Arbeitsweise kennenzulernen. Jemanden wie Anna auf dem Hof zu haben, bringt frische Perspektiven ein und macht deutlich, wie wichtig der Wissensaustausch innerhalb der Hopfenanbau‑Gemeinschaft ist“, so Aaron Bailey, Farmmanager von HPA.
Was bleibt, wenn die Reise vorbei ist
Für Anna war der Aufenthalt in Australien weit mehr als ein Praktikum während der Hopfenernte. Sie nimmt fachlich neue Sichtweisen auf Anbau, Verarbeitung und Technologie mit, vor allem aber die Erkenntnis, offen für andere Verfahren und Perspektiven zu bleiben. Auch persönlich hat sie diese Zeit geprägt. Neue Kulturen, neue Arbeitsweisen und viele besondere Begegnungen haben ihren Blick erweitert.
Für BarthHaas und HPA zeigt Annas Erfahrung auch den Wert internationaler Zusammenarbeit innerhalb der BarthHaas Gruppe: Menschen zu verbinden, Wissen zu teilen und die Verbindung zwischen Hopfenanbauregionen weltweit zu stärken.
Bevor es für sie zurück nach Deutschland geht, reist Anna nun noch weiter entlang der Ostküste Australiens und sammelt weitere Eindrücke dieses besonderen Landes. Ihr Fazit ist eindeutig: Wer die Chance auf eine solche Erfahrung bekommt, sollte sie nutzen.
Oder, wie Anna selbst sagt: „Diese Reise war definitiv mehr als nur die Mitarbeit auf einer Farm – sie war ein Erlebnis, das bleibt."